Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Jump to main content

Publikationen

Die neue Lebensmittelinformationsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1169/2001) - 2017-02-28

Der europäische Gesetzgeber hat mit der neuen Lebensmittelinformationsverordnung vom 25. Oktober 2011 auf die anhaltende Verunsicherung der Verbraucher, was den Kauf von Lebensmitteln und deren Kennzeichnung angeht, reagiert. Die Verordnung (EU) Nr. 1169/2001 ersetzt die bisherigen europäischen bzw. nationalen Einzelregelungen, ermöglicht in Teilbereichen aber auch einzelstaatliche Regelungen, und trägt zur Rechtsvereinheitlichung im Binnenmarkt bei; allerdings bringt sie für Lebensmittelunternehmer teils erhebliche Veränderungen mit sich. Die VO ist ab dem 13.12.2014 anzuwenden.

weiter >><< weniger

Veränderungen ergeben sich insbesondere im Bereich der Nährwertdeklaration und Kennzeichnung, deren Ausgestaltung in der Verordnung genau definiert ist. Dabei wurden beispielsweise Mindestschriftgrößen, abhängig von der Verpackungsoberfläche, festgelegt. Die Verordnung unterscheidet in ihren Anforderungen konsequent zwischen nichtvorverpackten und vorverpackten Lebensmitteln. Bei nichtvorverpackten Lebensmitteln sind nur die Stoffe zu kennzeichnen,  die Allergien auslösen können. Bei in mikrobiologischer Hinsicht leicht verderblichen Sachen ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nunmehr durch das Verbrauchsdatum zu ersetzen. Das MHD darf nach der neuen Rechtslage aus dem sog. Sichtfeld entfernt werden. Zur leichteren Verständlichkeit ist künftig „Salz“ statt „Natrium“ zu verwenden. Zudem sind die Nährwerte nunmehr in Relation zum NRV statt dem RDA anzugeben. Gänzlich neu ist die Pflicht zur Angabe des Einfrierdatums. Das Ursprungsland bzw. der Herkunftsort eines Lebensmittels ist u.a. dann anzugeben, wenn der Verbraucher durch die beigefügten Informationen oder das Etikett dem Irrtum unterliegen könnte, das Produkt käme aus einem anderen Ursprungsland als dem Tatsächlichen. Der Irreführung des Verbrauchers soll grundsätzlich entgegengewirkt werden.

Der Verordnungsgeber bezieht ausdrücklich auch Lebensmittel ein, die im Fernabsatz verkauft werden. Hier müssen dem Verbraucher die verpflichtenden Informationen grundsätzlich bereits vor Vertragsschluss zur Verfügung gestellt werden.

Verantwortlich für die korrekte Kennzeichnung der Lebensmittel ist vorrangig der Lebensmittelunternehmer, aber auch alle die, die an der Vermarktung beteiligt sind, sind gehalten, Lebensmittel, die den Anforderungen der Verordnung nicht entsprechen, nicht in Verkehr zu bringen.

Die Verordnung ist ab dem 13.12.2014 anwendbar. Sie räumt jedoch Übergangsfristen ein. Ein Abverkauf bereits produzierter Waren, die den grundsätzlichen Anforderungen der Verordnung nicht entsprechen ist auch nach dem 13.12.2014 noch bis zur Erschöpfung der Bestände möglich. Die Waren, die nur der neuen Nährwertdeklaration noch nicht entsprechen, aber bereits in Verkehr gebracht oder gekennzeichnet wurden, dürfen auch nach dem 13.12.2016 noch vermarktet werden, bis die Bestände erschöpft sind. Eine frühere Orientierung an den Anforderungen der Verordnung ist möglich.

nach oben